Klassen

Die Klassen sind kurze Workshops von zwei Stunden. Hier gibt es die Möglichkeit jeden Nachmittag zwischen zwei Workshops einen zu wählen. Die Klassen geben einen kurzen Einblick in die Arbeit der unterschiedlichen Lehrer.

Gianfranco Celestino (Luxemburg)

CI und die Komposition des Augenblicks.
 
In dieser Klasse werden wir uns in die Wahrnehmungsebene des Bewegungsflusses begeben. Unser Fokus richtet sich auf die Verbindung zwischen unserer Bewegung und der Bewegung der  Contact-Partner*in. Wir spielen mit Führen und Folgen, werden uns bewusst über das Mitwirken der Partner*in am kompositorischen Prozess. Im Kontakt zu sein, bedeutet miteinander zu kommunizieren. Entscheidungen zu treffen, ist Teil der Komposition. Sich auf Entscheidungen zu beziehen und mit ihnen zu räsonieren, mit deren gestalterischer Konsequenz daraus ist Teil des kommunikativen Prozesses zwischen zwei Tanzpartner*innen. Im Moment und im Kontakt mit der anderen Person zu sein, nicht nur physisch, sind einige der Elemente mit denen wir spielen, um uns den Prozess der Komposition des Augenblicks bewusst werden zu lassen.
Gianfranco Celestino
Nachdem er  sein klassisches Klavierstudium am Konservatorium „G. Verdi“ in Turin (I) beendet hatte, studierte er an der Folkwang Hochschule“ in Essen (D) Tanz. 
1999 studierte er an der „Accademia Isola Danza“ in Venedig, geleitet von Carolin Carlson. Im selben Jahr bekam er die Möglichkeit am „Dance WEB“ Programm der Wiener Tanzwochen in Wien teilzunehmen. Von 2012 -2013 hat er an den Improvisation Masterklassen mit Rosalind Cris und Andrew Morrish teilgenommen.
Unter anderem hat er mit Les Ballett C de la B. (B), Unit. Control (i) und dem ARRAZO Tanztheater (D) zusammengearbeitet.
Seit 2002 entwickelt er eigene choreographische Ideen.
Seit 2015 unterrichtet er Contact Improvisation.

Jo Bruhn (Steigemühle/Frankreich/DE)

Lifts - oder das Spiel mit der Schwerkraft

 

Wie kann ich einen Lift mit meinem Tanz verweben?

Wie kann ich dabei in der Weichheit bleiben?

Wie kann ich meine Partner*innen überraschen ohne sie zu überfordern?

Kann ich mich selbst überraschen?

Für mich sind Lifts und Sprünge ein großartiger Teil der Contact Improvisation.

Eine Frage, die mich immer wider beschäftigt ist, wie diese möglichst mühelos und ohne viel muskuläre Kraft passieren können, ob nun mit oder ohne viel Schwung.

In diesem Workshop werden wir mit viel Leichtigkeit „fliegende” Facetten der Contact Improvisation entdecken.

Hoch und Tief, Fliegen und Fallen, Oben und Unten... Wir werden auch an der Frage forschen, ob ich meine Wahrnehmung so öffnen kann, dass ich trotz des Involviert-seins in meinen Tanz, die Komposition im Raum bewusst beeinflussen kann.

Jo Bruhn

ist Performer, Tänzer, CI Lehrer, Beweger, Festivalorganisator.

Vor mehr als 10 Jahren begegnete er der Contract Improvisation. Fasziniert von dem Universum, dass sich ihm eröffnete, fühlte er sich besonders von der Kommunikation zwischen den tanzenden Körpern und der fließenden Akrobatik im Tanz angezogen.

Unter anderem absolvierte er das “Dance Intensive” an der Tanzfabrik Berlin und arbeitete intensiv mit Nancy Stark Smith, Mike Vargas, Britta Pudelko und anderen.

www.jo-bruhn.de

Jori Snell (Dänemark)

Finding one's Place..“

 

 

Questioning placement, displacement and Geography in CI oder die Frage nach dem Momentum in Ci.

 

 

Wir sind vertraut mit der Wahrnehmung, uns in Raum, Zeit und Aktion im Momentum zu bewegen. Aber was ist damit gemeint?

 

Ist es möglich, Wege über das Hineinspühren in den Körper zu finden, um das innere Momentum wahrzunehmen?

 

Gibt es mögliche Merkmale, über die Sinne in den Tanz zu kommen?: Im richtigen Moment von Körper, Raum und Zeit, mit einer Partner*in, mit mehreren oder im Solo. Ist es möglich, mehr Aufmerksamkeit auf dieses Momentum zu fokussieren, über differenzierte Wahrnehmung von ihm eingeladen zu werden oder Situationen zu kreieren, um es geschehen zu lassen? Durch somatisches Forschen und Körperarbeit werden wir untersuchen, was „im richtigen Moment zu sein“ bedeutet. In Improvisationen zu unterschiedlichen Themen und in variablen Formaten, stellen wir uns die Frage, ob und wie unsere innere Wahrnehmung bezüglich Momentum und der Körperform eine Rolle für unsere Orientierung durch die äußere Landschaft einer Improvisation sichtbar werden lassen.

 

Jori Snell, Physical Performing Artist and Visual Artist aus Holland / Dänemark, geboren 1972. Sie arbeitet als Freelance Performer, Improviser, Regisseur*in und Lehrer*in in Europa. Sie überträgt ihr Training in Physical Theatre, Contact Improvisation, Butoh/Martial Arts und Visual Arts in ihre eigene Sprache. Sie hat mit folgenden Compagnies zusammengearbeitet: Odin Teatret (DK), Teatret OM (DK), Corona La Balance/ZeBU (DK), Pantheatre (Roy Heart, FR). Zwischen 2008 und 2016 hat sie in Cape Town / Süd-Afrika mit und für die Compagnien FTHK & Unborn und Remise Dance Company (Mixed Ability Dance) gearbeitet. Sie initiierte die Contact-Szene in Cape Town. Ihre Inspiration in CI und Improvisation bekam sie durch die Zusammenarbeit mit Andrew Harwood, Kirstie Simson, Katie Duck, Lucia Walker, Ray Chung, Nancy Stark Smith und vielen anderen.

 

Das Charakteristische ihrer Arbeit: einen lebendigen authentischen Ausdruck für Körper, Geist und Raum zu vermitteln; zwischen Tanz, Mythologie & Poetry mit einer Liebe zum spontanen, lebendigen und improvisierten Ausdruck.

 

Ksenia Isaeva (Russland)

Schlüssel für den Tanz. Wo beginnt der Backspace (der rückwärtige Raum)?

 

Wir werden uns eine Frage stellen - die der Überschrift. Selbst wenn du denkst, dass du die Antwort weißt, gib vor, dass du sie suchst. Beginne, sie zu suchen. Im praktischen Abschnitt meines 
Unterrichts werden wir den Raum der Rückseite unseres Körpers sensibilisieren. In diesem Abschnitt der Stunde stellen wir uns nicht die Frage, wo der Raum hinter uns beginnt. Es passiert einfach, wenn wir es wahrnehmen. Der Raum ist hier hinter meinem Rücken, wo ich nicht sehen und mich weniger orientieren kann. Dort können Risiko, Vertrauen, Mut, Körperarbeit …
viele Dinge stattfinden. Anschließend werden wir realisieren, dass es keinen Raum hinter unserem Rücken gibt. Dass wir alles sehen können, vielleicht nicht mit unseren Augen. Ungeachtet der Tatsache, dass dieses die Antwort aus der Frage unserer Überschrift sein könnte, geben wir vor, dass wir immer noch nach der Antwort suchen. Damit werden wir uns in meinem Unterricht befassen.
Ksenia Isavera
Vor neun Jahren bin ich auf Contact getroffen und es hat mich sehr angezogen. Nun lebe ich in Moskau und reise viel. Ich habe CI in Russland, Europa, Goa, Argentinien und Brasilien unterrichtet. Ich liebe es, Contact zu tanzen, kontinuierlich von verschiedenen Lehrer*innen aus der ganzen Welt zu lernen, zu unterrichten und Contact-Veranstaltungen zu organisieren.
Ich bin inspiriert durch Authentik Movement, Körperarbeit, Somatisch und Tanz in der Natur. Ich integriere alles in die Contact Improvisation. Ich habe einen Abschluss am Institut für „Hologistic Tanz- und Bewegungspädagogik" von Sabine Patzer absolviert. Mein fortschreitendes Interesse gilt dem Experimentieren und dem Forschen in CI und..und in der Lage zu sein, alles loszulassen und mit der Energie des Tanzes eins zu sein.
 

Laura Hicks (Frankfurt/Canada)

Der intuitive Körper

Diese Klasse bietet einen Rahmen, um den Körper auf das Tanzen einzustimmen während wir an Details arbeiten. Die Intention ist, unseren wahrnehmenden Körper im Solo einzustimmen, um eine grössere Vielfalt zu ermöglichen, wenn wir uns mit anderen verbinden. Wir durchlaufen unterschiedliche Zustände der Wahrnehmung - Haut, Fleisch, Knochen; ins mehr Abstrakte - Zeit und Raum. Die Zeit unterstützt uns, um Details wahrzunehmen und wir beziehen uns auf die Rolle der Improvisation, während wir CI tanzen.
Laura Hicks (1979) ist professionelle Tänzerin, Choreographin und Lehrerin und lebt in Deutschland. Inspiriert durch ihre Liebe zu Improvisation, Bewegungsentwicklung und Philosophie. Ihr permanentes Forschen befaßt  sich mit Wahrnehmungszuständen des Körpers in Beziehung zugehen; was wir wahrnehmen verändert sich entsprechend unser Eigenwahrnehmung und der Wahrnehmung im Außenraum. Sie tanzt Contact Improvisation seit 2004 und ist beeinflußt durch die Arbeit von Nancy Stark Smith, Steve Paxton, Andrew Hardwood, Chris Aiken, und Peter Bingham. Laura besitzt einen MA in Contemporary Dance Education (MACoDE) und arbeitet gegenwärtig als Professorin an der University of Music and Performing Arts and choreographer for Hicks&Bühler in Frankfurt am Main Http://laurahicks.net

Simon Wenger (Schweiz)

«Poesie der Körper»
In der Tanzimprovisation können wir uns lange über kompositorisches Handwerk unterhalten, und das ist ein schöner Teil der Arbeit. Doch gibt es auch eine Zone ohne Worte, etwas, das uns fasziniert oder irritiert, etwas Flüchtiges, das wir nur erleben, aber mit Gedanken nicht recht fassen können.
Nennen wir es «Poesie». Und vertrauen wir darauf, dass unsere Körper einen Sinn dafür haben, ein intuitives Verständnis für poetische Details, poetische Augenblicke, poetische Stimmungen: Wir spüren wenn es unter unserer Haut kitzelt oder in der Luft vibriert, wir spüren wenn etwas Poetisches auftaucht in einer einzelnen Bewegung, in einem Duett oder im ganzen Raum. Und wir spüren, wenn es wieder verschwindet, genauso plötzlich und unvorhersehbar, wie es aufgetaucht war.
Diese Klasse ist eine kleine Erkundung in physischer Poesie. Wir probieren beides: Wir komponieren durch Entscheid und durch Zufall, wir komponieren bewusst und wir bemerken «einfach», wie Komposition beim Improvisieren von selbst geschieht, wie sie laufend vergeht und neu entsteht fast im gleichen Moment.

Ausgebildet in Zeitgenössischem Tanz mit Vertiefung in Improvisation arbeite ich als Tanzpädagoge, Bewegungsforscher und gelegentlich als Choreograf und Performer. Ich lebe in Basel.